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friends without borders e.V. unterstützt Alternativen

Weniger Holzverbrauch - mehr Umwelt- und Klimaschutz


In den beiden Dörfern im westafrikanischen Ghana, die der Verein friends without borders unterstützt, werden seit Kurzem Alternativen zu den herkömmlichen Feuerstellen angeboten. Dazu wurde ein Prototyp eines hocheffizienten Kochers hergestellt. Ebenso wurden je 10 Familien aus jedem Dorf beim Kauf eines Gaskochers finanziell von dem Verein unterstützt. Beide Projekte wurden gut angenommen, sind nun in der Erprobungsphase und sollen fortgesetzt werden.

friends without borders e.V. ist in Ghana engagiert und stößt verschiedene Projekte in den Dörfern Mafi Dadoboe und Mafi Wute an. Bei ihrem letzten Besuch im Juni konnte die Vorsitzende des Vereins, Petra Halbig, zwei wichtige Projekte in die Wege leiten: Gemeinsam mit den Dorfbewohnern wurde ein hocheffizienter Kocher gebaut. Er wird aus Lehm hergestellt, bedingt aber durch seine durchdachte und intelligente Bauweise einen erheblich geringeren Holzverbrauch. Auch die als Kamine dienenden Öffnungen an den Seiten lassen den Rauch gezielt nach oben entweichen. Der Kocher wurde nach der Vorlage erstellt, die ein deutscher Verein im Senegal erfolgreich umgesetzt hat. Das erste Exemplar, das in Mafi Dadoboe gebaut wurde, wird derzeit noch getestet und optimiert, ehe es von anderen Familien nachgebaut werden kann.

Als Alternative wurden Gaskocher zur Verfügung gestellt. Interessierte Familien konnten sich vormerken lassen - letztendlich hat das Los entschieden. 10 Familien aus jedem Dorf kamen so in den Genuss, dass ihr Kauf eines Gaskochers zu 40% von friends without borders e.V. unterstützt wurde. Die Freude war groß, als die Frauen den Kocher in Empfang nehmen konnten. Um die Anwendung des Kochers überprüfen zu können, gibt es in jedem Dorf eine Stelle, an der jede Nachfüllung des Zylinders gemeldet werden muss. So kann nach einem Jahr die Akzeptanz abgeschätzt und über die Fortsetzung des Projektes entschieden werden.

Traditionell wird in ländlichen Gebieten – so auch in Mafi Dadaboe und Mafi Wute – am offenen Feuer gekocht. Das heißt: Für jede Tasse heißes Wasser wird die offene Feuerstelle genutzt. Feuerholz muss gesammelt werden oder es wird Holzkohle benötigt. Für beide Materialien ist Holz die einzige Energiequelle, die in größeren Mengen beansprucht wird als sie nachwachsen kann. Nicht immer wird nur das abgestorbene Holz aufgesammelt. Und auch für diesen Fall heißt es auf Dauer: Man muss immer weitere Wege zurücklegen, denn die Ressourcen in direkter Nähe sind endlich.

Aber auch der Aufwand, Holz zu sammeln, bindet viel Ressourcen: Frauen und Kinder müssen in mühevoller Arbeit das Holz sammeln und es in das Dorf bringen. Eine ständige Herausforderung. Und das Kochen mit Feuerholz ist keine ungefährliche Angelegenheit. Nur wer jeden Tag Stunden in dem Qualm steht, kann erahnen, dass auf Dauer diese Art der Essenszubereitung extrem gesundheitsschädlich ist.




Gruppenbild Gaskocher Frauen Gaskocher Frau Gaskocher
Je 10 Familien aus beiden Dörfern wurden per Los ausgewählt - sie bekamen 40% des Kaufpreises für einen Gaskocher vom Verein. Stolz nehmen die Frauen ihre Kocher mit nach Hause Die Freude was groß, als die Gaskocher ausgegeben wurden.
Bau hocheff. Kocher Bau hocheff. Kocher 2 Hocheff. Kocher fertig
Der Kocher umschließt den Topf ganz eng, so dass wenig Wärme entweicht Eine kleine Öffnung schützt das Feuer vor Wind und bewirkt damit eine effiziente Nutzung der Energie Fertig ist der Prototyp!

Ein Anfang ist gemacht - Bewohner werden über Gaskocher informiert

friends without borders möchte offene Feuerstellen in den Dörfern Mafi Dadoboe und Wute verringern. Offene Feuerstellen sind

- extrem gesundheitsschädlich
- schädigen das Klima wegen Baumfällungen
- belasten Frauen und Kinder mit der Arbeit des Holzsammelns

In Mafi Dadoboe und Wute fanden im März 2017 Infoveranstaltungen statt, wie man einen Gaskocher als Ersatz für offenes Feuer benutzt. Oft ist es eine unbegründete Angst vor dem Neuen, der Frauen davon abhält, Gaskocher zu benutzen. Die Gefahr, dass er explodieren könnte, wird als sehr hoch eingeschätzt. Deshalb war es überaus informativ für die Frauen, die Erfahrungen anderer Frauen zu hören, die Gaskocher schon länger verwenden.

Gaskocher, das dazugehörige Equimpent und Gas zum Nachfüllen sind vor Ort verfügbar. Es können sich nun Familien vormerken lassen, die einen Gaskocher verwenden wollen. Der Verein wird von den jeweils 10 bedürftigsten Familien 40% der Kosten für den Kauf eines neuen Kochers übernehmen.

Außerdem versuchen wir, hocheffiziente Kocher einzuführen. Wir möchten die Idee importieren - hergestellt und repariert werden soll er vor Ort. Durch seine kaminartige Bauweise zieht bei einem solchen Kocher der Rauch ab. Wegen des Windschutzes um die Feuerstelle herum wird wesentlich weniger Holz verbraucht.

Offene Feuerstellen zu reduzieren ist eine Maßnahme, die sowohl die Umwelt, das Klima als auch die Bewußtseinsbildung betrifft. Den Wert von Bäumen zu kennen und sich entsprechend zu verhalten - das ist das langfristige Ziel dieses Projektes.  

Info Gaskocher März 2017

Interessiert hören die Dorfbewohner zu,
während der Gaskocher vorgeführt wurde

Vorführung Gaskocher März 17

Eine Frau, die selbst schon seit längerer Zeit mit Gas kocht, erklärt den Zuhörern die Vorteile