Umweltschutz
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friends without borders e.V. unterstützt die Bewusstseinsbildung zum Thema Abfallverwertung

Es gibt keine geregelte Abfallentsorgung in Mafi Dadoboe und Mafi Wute. Eine Deponie oder andere Sammelstellen für Abfall existiert nicht. Biomüll wird zwar gesammelt, aber nicht verwertet. Der sonstige Müll wird ohne Verwertung größtenteils verbrannt. Abwasser wird über Sickergruben entsorgt. Eine Deponie oder eine geregelte Abfallentsorgung in ländlichen Gebieten sind eine Ausnahme. Auch in größeren Städten unterscheidet sich die Situation nur geringfügig. Die Problematik ist zwar erkannt, dennoch ist die Umsetzung noch in den Anfängen.

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HoMuell

Selbst in Ho, der Hauptstadt der Volta Region, ist die Müllentsorgung noch lange nicht
nach europäischen Maßstäben organisiert

 

Eine Müllsammlung bzw. Trennung macht aber auch ohne funktionierende Abfallentsorgung Sinn. Eine Bewusstseinsbildung für die Problematik, ein Verständnis für die Folgen der ungeregelten Müllentsorgung und die möglichen Chancen, die sich aus der Abfallverwertung ergeben – das sind die Ansatzpunkte für diese Maßnahme. Das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen – ein ideales Thema für die Schulen. In Zusammenarbeit mit den Lehrern soll das Thema verstärkt in den Vordergrund gerückt werden. In einigen Schulen wird in sogenannten Eco-Clubs - ähnlich den Wahlfächern in Deutschland - das Thema Abfallverwertung thematisiert. Hier lernen die Schüler, wie wichtig es ist, sorgsam mit bestimmten Produkten umzugehen. So werden zum Beispiel aus Plastikflachen Volleyball- oder Fußballnetze und Schmuck hergestellt.

Volleyballnetz 

SchmuckausPlastik
Schüler stellen Volleyballnetze und Schmuck aus Plastikabfall her

Biomüll kann in wertvollen Humus für die Düngung der Felder verwandelt werden. Aus Plastik können Kinder für die Schule Fußball- oder Volleyballnetze herstellen. Das wird in Schulen in Ho bereits praktiziert. Hier wird sogar aus Plastikmüll Schmuck fabriziert.

Während Abfälle in Europa verstärkt stofflich und energetisch genutzt werden und die Kreislaufwirtschaft mehr Treibhausgase einspart als erzeugt, steht Ghana vor der großen Herausforderung, bestehende, aber unzureichende und nicht nachhaltige Abfallmanagementsysteme zu verbessern: Abfälle sollen nicht mehr im Wohnumfeld und auf ungesicherten Deponien oder ‚wilden‘ Müllkippen abgelagert werden oder in Gewässern landen. Vor allem der Plastikmüll reichert sich in den Weltmeeren an – an vielen Stellen der ghanaischen Küste ist dies sichtbar.

Eine komplette Abfallentsorgung zu realisieren, das würde die Kapazität des Vereins sprengen. Dennoch könnten mit verschiedenen Kampagnen vor allem die Kinder und Jugendlichen für das Thema sensibilisiert werden. Damit wäre der Grundstock für eine langfristige und nachhaltige Bewusstseinsbildung gelegt.